“bluecoast 2.0”
Ausstellung „Blue Coast 2.0“ im Kunsthaus NRW Kornelimünster – (c) Oliver Kunkel
2020
Installation (Mixed Media)
Größe: variabel
Das Kunstwerk “BLUECOAST 2.0” ist eine komplexe Installation, die aus verschiedenen Kunstwerken wie Skulpturen, Zeichnungen, Drucken und Videos, aber auch aus gesammeltem Material wie Büchern, Möbeln, Found Footage Video- und Fotomaterial und so weiter besteht.
BLUECOAST steht für sichere Investitionen in die Zukunft.
Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem zeitgenössischen Pessimismus entgegenzutreten und die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. In diesem Sinne investiert BLUECOAST in die Immobilien
zukünftiger Küstenregionen – und baut dort heute in kluger Voraussicht Häuser mit einem Ambiente der besonderen Art. Der Projektleiter erklärt: “Ihr Planet wird blauer werden” – gemeint ist das Blau des steigenden Meeresspiegels
im Zusammenhang mit der globalen Erwärmung. Das Unternehmen baut auf die positiven Auswirkungen des bevorstehenden Klimawandels, die es aktiv mitgestaltet. “Wir sind ein Unternehmen, das auf den Wellen des Wandels surft, der andere ertrinken lässt”. Das dynamische Klima der Erde ist eine große Chance. Die Küsten der Welt sind heute die begehrtesten Immobilieninvestitionen.
In der Überzeugung, dass dieser Trend stark bleiben wird, bietet BLUECOAST schon heute Wohnungen direkt an den Küsten von morgen, 70 Meter über dem Meeresspiegel.
Ausstellung „Blue Coast 2.0“ im Kunsthaus NRW Kornelimünster – (c) Oliver Kunkel
Das “Restaurant” – ist ein Ort der aus lokal, invasivem Material (Holz) hergestellt wird. Aus Bäumen die heimische Arten verdrängen und deren Vernichtung sich, für die zuständigen Behörden als äußerst schwierig erweist.
Im Restaurant werden Gerichte zubereitet, die ausschließlich aus lokalen Lebensmitteln hergestellt werden, wobei die Hauptzutat jeden Gerichts eine invasive Pflanze oder Tier darstellt. Angefangen vom drüsigen Springkraut, das weite Teile Europas schon erobert hat, über die pazifische Auster die im Oslofjord die dort heimische Auster verdrängt, über die rote Nacktschnecken die man ähnlich wie Weinbergschnecken zubereiten kann, wobei auch diese in Norwegen invasiv ist, bis hin zu invasiven Flusskrebsen und den riesigen Königs-, oder Kamtschatkakrabben die bis zu 180 cm Beinspannweite erreichen kann und alles Leben auf dem Meeresboden auf dem Sie angesiedelt wurde vernichtet. Sie kam zuerst nur im nördlichen Pazifik (vor allem vor Japan und Alaska) vor, bis sie auch im Norden Europas in der Barentssee angesiedelt wurde, von wo aus sie sich als bioinvasive Art stark ausbreitete und bis jetzt bis zu den norwegischen Lofoten vorgedrungen ist. Soviel nur als kleiner Einblick was in diesem Restaurant angeboten werden wird.
Die Idee für diese Arbeit resultiert aus der Auseinandersetzung mit Konsum und Ressourcen. Lebensmittel werden durch uns konsumiert ohne Rücksicht auf deren Endlichkeit. Folgen sind Überfischung, Zerstörung von Ackerflächen durch Überdüngung, etc.
Diese Arbeit soll den Diskurs anstoßen und dient als Metapher für die Dringlichkeit neuer Lösungsansätze für zwei Probleme: die Invasion von fremden Arten und die Verdrängung von Heimischen, aber vor allem die Vernichtung von Arten durch ihren übermäßigen Verzehr.
Auch wenn ungewiss ist, ob eine Herangehensweise wie “Das Restaurant für inva- sive Arten” in der Realität praktikabel oder realistisch wäre – es ist als Model ein hu- morvoller Anstoß zur Auseinandersetzung über das was und wie wir konsumieren.
Ausstellung „Blue Coast 2.0“ im Kunsthaus NRW Kornelimünster – (c) Oliver Kunkel






